Helge Heynold liest vor

28.02.2026

Helge Heynold las uns Lyrik und Prosa von Mascha Kaléko  vor.

Wir bekamen einen Eindruck von Gedichten, Werken und Leben dieser Dichterin. Dabei zeigte uns Helge Heynold, wie Energie zwischen Vorleser und Zuhörenden in Fluss kommt.

Mascha Kaléko (1907–1975) wurde im heutigen Polen geboren und wuchs in Berlin auf, wo sie in den 1920er und 30er Jahren zur gefeierten Dichterin der Weimarer Republik aufstieg. Ihre Gedichte – leichtfüßig im Ton, melancholisch im Kern – schildern das Alltagsleben der kleinen Leute, Großstadteinsamkeit und Liebesschmerz in einer unverwechselbaren Mischung aus Ironie und Wärme.

Als Jüdin emigrierte sie 1938 zunächst nach New York, später nach Jerusalem. Im Exil verlor sie ihr Publikum und rang zeitlebens um Anerkennung. Der Versuch einer Rückkehr in den deutschen Literaturbetrieb scheiterte 1960, als sie den Fontane-Preis ablehnte, weil in der Jury ein ehemaliger NS-Propagandist saß – ein mutiger, aber folgenreicher Schritt.

Erst in den 1970er Jahren erlebte sie eine späte Wiederentdeckung; ihre Lyrik fand ein ganz neues, breites Publikum. Heute gilt Kaléko als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Gedichte wie Emigrantenmonolog zeugen von einer Stimme, die Leichtigkeit und Tiefe meisterhaft verband – und die das Lebensgefühl einer ganzen Epoche einfing.

Wer sich für Helge Heynolds Vorlesekunst interessiert, findet einen Mitschnitt seiner musikalisch begleiteten Lesung in der Lengfeld’schen Buchhandlung auf YouTube. Dort gibt es auch noch weitere Vorlese-Videos mit Helge Heynold.

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